top of page

Die 5 Sprachen der Liebe - Warum wir uns oft missverstehen, obwohl wir lieben

  • 27. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit
Die 5 Sprachen der Liebe


„Ich zeige dauernd meine Liebe – aber es kommt einfach nicht an.“


Diesen Satz höre ich in meiner Praxis als Paartherapeutin erstaunlich oft. Und sehr oft steckt dahinter kein Mangel an Liebe, sondern ein Mangel an Verständnis.

Denn die Liebe hat - laut Gary Chapman - unterschiedliche „Sprachen“. Und wenn wir nicht dieselbe Sprache, wie unsere Beziehungsperson sprechen, fühlen wir uns ganz schnell übersehen, nicht wertgeschätzt oder sogar ungeliebt.


Was sind die 5 Sprachen der Liebe?

Das Konzept der „5 Sprachen der Liebe“ beschreibt, wie Menschen Liebe ausdrücken und dementsprechend auch wahrnehmen. Jede Person hat dabei meist eine oder zwei bevorzugte Beziehungssprachen. Chapmann unterscheidet folgende fünf Sprachen, die die Mehrheit der Menschen nutzen, um ihre Zuneigung zu zeigen:


1. Lob und Anerkennung

Liebe zeigt sich hier durch wertschätzende Worte: Komplimente, Dankbarkeit, liebevolle Nachrichten.

Typische Sätze einer Person, die diese Liebssprache spricht, könnten zum Beispiel sein:„Ich bin so froh, dass es dich gibt! oder "Vielen Dank, dass du dich so toll um alles gekümmert hast!“

Sollte dein Partner oder deine Partnerin diese Sprache sprechen, freut er oder sie sich bestimmt über ein kleines "Danke" hier und da oder ein kleines Zettelchen von dir am Kühlschrank mit einer positiven Nachricht.



2. Zweisamkeit (Quality Time)

Hier steht ungeteilte Aufmerksamkeit im Mittelpunkt. Es geht nicht um die Dauer, sondern um echte Präsenz und Intensität des Kontakts.

Ein Gespräch ohne Handy in der Hand oder ein gemeinsamer Spaziergang in aller Ruhe oder einer intensiver Blickkontakt bedeuten Personen, die diese Liebessprache sprechen, sehr viel.

Ein bloßes Cooexistieren hingegen wird zu Frust führen, da es kein Ersatz für bewusst gelebte, gemeinsame Zeit ist.



3. Geschenke

Dabei geht es weniger um den Wert des Materiellen, sondern um symbolische Zeichen der Liebe.

Eine kleine Aufmerksamkeit zum Beispiel, die zeigt: „Ich habe im Urlaub an dich gedacht“ oder Karten für ein Konzert der Lieblingsband, lassen das Herz der menschen, die diese Liebessprache sprechen vor Freude hüpfen.

Aufgrund des offensichtlich messbaren Wertes der meisten Geschenke, wird diese Sprache oft zu Unrecht als oberflächlich interpretiert.



4. Hilfsbereitschaft

Die Liebe zeigt sich hier durch Taten wie zum Beispiel Dinge abnehmen, bei schwierigen Aufgaben unterstützen oder im Alltag entlasten.

Eine Herausforderung ist hier, dass diese Sprache der Liebe schnell als selbstverständlich angesehen wird und im gemeinsamen Alltag als Liebesbeweis untergeht.



5. Körperliche Berührung

Zu guter Letzt gibt es natürlich noch die Körpersprache. Hier wird Liebe durch körperlichen Kontakt, Sex, Zärtlichkeit und manchmal vielleicht auch nur eine flüchtige Berührung gezeigt. .

Menschen, die diese Sprache sprechen gehen zum Beispiel auf in einer festen Umarmung nach einem langen Tag.

Aber egal welche die eigene Hauptsprache der Liebe ist, fehlt die Körperlichkeit, entsteht oft über kurz oder lang eine emotionale Distanz.



Warum wir uns so oft missverstehen

In vielen Beziehungen passiert etwas ganz Typisches:

Wir geben Liebe so, wie wir sie selbst verstehen und warten darauf, sie auch so gezeigt zu kriegen, wie wir sie gut verstehen.Unser Gegenüber braucht und gibt sie aber auf eine andere Weise.

Ein klassisches Beispiel wäre hierfür:

  • Person 1: „Ich mache doch so viel für dich!“

    Person 2: „Aber wir verbringen nie richtig Zeit miteinander…“

Beide zeigen ihre Liebe – aber sie erreichen sich nicht.



Es geht nicht um richtig oder falsch

Keine der Liebessprachen ist besser oder schlechter, richtig oder falsch.

Spannend und vor allen Dingen eine Bereicherung für die Beziehung wird es, wenn wir beginnen zu fragen:


  • Wie wurde in meiner Herkunftsfamilie Liebe gezeigt?

  • Welche Sprache nehme ich wahr und welche bemerke ich vielleicht gar nicht?



Eine einfache Übung für Paare

Wenn ihr als Paar das Gefühl habt, eure Liebe gegenseitig nicht zu spüren, dann nehmt euch doch einmal kurz Zeit für folgende kleine Übung:


1. Jede*r fragt sich für sich selbst:

  • Wann fühle ich mich besonders geliebt?

  • Was verletzt mich in Beziehungen am meisten?

2. Täuscht euch über eure Erkenntnisse aus:

  • „Ich fühle mich geliebt, wenn du…“

  • „Es fällt mir schwer Liebe zu spüren, wenn…“

Versucht, einander wirklich zu zu hören und euch zu verstehen – ohne euch sofort zu erklären oder zu rechtfertigen.



Ein wichtiger Punkt: Liebe darf lernbar sein

Viele Paare glauben:„Wenn es nicht automatisch passt, stimmt etwas nicht.“

Ich sehe das anders. Liebe ist nicht nur ein Gefühl – sie ist auch eine Fähigkeit.

Und wie jede Fähigkeit kann man sie entwickeln:

  • durch Verständnis

  • durch Übung

  • durch kleine, bewusste Veränderungen



Typische Stolpersteine

Es kann gut sein, dass es sich zu Beginn ein wenig unnatürlich anfühlt, die Liebessprache der Beziehungsperson zu sprechen. Das ist normal. Die ersten Worte, die man in einer Fremdsprache spricht, klingen oft auch hölzern und fremd. Das gibt sich mit der Zeit und ein wenig Übung.

Vielleicht fühlt es sich am anfang auch ein wenig so an, als würde man sich für die Partnerin oder den Partner verbiegen und etwas sein, was man gar nicht ist. Auch das ist in Ordnung. Aber ist es nicht schon ein Liebesbeweis an sich, der anderen Person zu Liebe etwas Neues auszuprobieren und sich in unbekannte Gewässer zu begeben und sein Handlungsrepertoir zu erweitern?




Ein Konzept für mehr Verständnis

Die Sprachen der Liebe sind kein starres Konzept, sondern eine Einladung zur Übersetzung.

Wenn Paare beginnen zu verstehen, wie der andere liebt und geliebt werden möchte, passiert oft etwas sehr Bewegendes: Vorwürfe werden zu Verständnis.Distanz wird zu Nähe.„Du siehst mich nicht“ wird zu „Jetzt fühle ich mich wirklich gemeint“.



Wenn ihr mehr über eure Sprachen der Liebe und euch herausfinden wollt, bucht gerne einen Termin für ein Paargespräch bei mir.



 
 
 

Kommentare


bottom of page